Trampen – Endorphine Satt.

Es ist Montag. – Nach einer Woche voller Eifer durch die Landschaften und über die Autobahnen tingeln, ist jeder Tag erfüllt mit Glück und voller Endorphine.

Die erste Strecke führt mich nach Frankreich, Spanien und Marokko, hoffentlich ohne beängstigende Vorkomnisse bis an den Anfang der Sahara.

Es ist nun eine Woche her, als ich von der Raststätte Peppenhoven, auf der A61 in der Nähe von Köln startete. Es war letzten Montag, mein erster Reisetag, ich war so aufgeregt. Habe ich alles? Komme ich hier überhaupt weg? Was erzähle ich meinen Freunden, wenn es nicht klappt? Bin ich gut vorbereitet? – und das war ich auf keinen Fall.

Ein paar Tage vor Reiseantritt besorgte ich mir noch meinen vorläufigen Reisepass, um überhaupt nach Marokko einreisen zu dürfen. Culinaryhitchhiker Tipp N°1: Alter, informiert euch im Internet beim auswertigen Amt. Eigentlich weiß man so etwas, nur ich nicht. So stand ich also an dieser Raststätte. Wieder erwarten nahm mich prompt die dritte Person, die ich fragte, mit kurz hinter die französische Grenze. Vor lauter Glücksgefühl, sowie gequatsche über Management und son Kram, verpasste ich es natürlich aufzupassen und fand mich kurz danach mitten in Strasbourg wieder, statt auf einer gut und viel befahrenen Raststätte. Dort wäre es viel einfacher gewesen weiter zu trampen.

Culinaryhitchhiker Tipp N°2: Fahrt nie mit in die Städte, wenn ihr nicht dorthin wollt, vielleicht aus Höflichkeit oder so. Niemals. Geraume Zeit später wurde ich 30km auf die Autobahn mitgenommen. Fast vier Stunden meiner Zeit dahin und die Lunge voller Abgase – dachte ich mir insgeheim. Ich musste schmunzeln.

Meine letzte Fahrerin für diesen Tag sammelte mich eben dort auf dieser Autobahn auf, sie war überaus lieb und hilfsbereit. Sie fuhr nach Dijon zu ihrem Chef zum arbeiten. Da wir uns so gut verstanden, und glücklicherweise die Übersetzungs-software einer bekannten, großen Suchmaschine den Rest tat, fragte ich frech, ob ich nicht auch dort schlafen könne. 30 Minuten später standen wir vor einem komisch, im Schatten leuchtenden Haus. Das sie einen riesen Rottweiler hatten wusste ich, das er auch gefährlich und bissig war – nicht. Culinaryhitchhiker Tipp N°3: Schaue einem Rottweiler NIE tief in die Augen.

Dort zu schlafen war eine gute Entscheidung, es war aufregend, durchaus spannend und interessant. Ihr Chef war ein geiler Typ, seiner Zeit arbeitete er für die Formel 1 als Mechaniker, bis er 1987 zwei Finger verlor, weil ein Rennfahrer ohne Anweisung losfuhr, als er noch die Hand im Motor hatte. Im Moment macht er Airbrush Motorradhelme und hatte vier fette Motorräder, die alle ziemlich nice geairbrushed waren.

Das geilste war, er kam gebürtig aus Lyon und er erzählte, Paul Bocuse wäre sein Großonkel oder so, habe es nicht genau verstanden. Ursprünglich wollte ich in Lyon meinen ersten Küchenauftritt erleben und etwas kochen, sowie ein paar Euro verdienen, leider musste ich von diesem Plan abweichen. Criss erzählte mir, ohne Französischkenntnisse, könne ich das vergessen. Mein neues Ziel: Montpellier. Am nächsten Morgen, nachdem ich ausgeschlafen hatte, tranken wir Kaffee und sie brachte mich noch auf eine Raststätte in der Nähe von Chalon.

Fortsetzung folgt…