The deeper you go, the cooler you got.

Es ist Donnerstag, der 11. Februar. – natürlich Elf.

Am Dienstag startete ich in Montoellier, nach einem ausgewogenem Frühstück, mit etwas Proviant in der Tasche, sehr Motiviert. Es war schon 14 uhr. Culinaryhitchhiker Tipp N°9: Startet IMMER früh genug, wenn ihr eine lange Distanz überwinden wollt. Auf das Warten nach einer Mitfahrgelegenheit muss ich mich jedes mal aufs neue einstellen. Nach circa 2 Stunden nahm mich endlich ein junger Typ aus Montpellier mit auf die Autobahn. Nach Barcelona waren es nur noch 320 km. Es fing an zu regnen. Er schmiss mich leider nur an einer Mautstelle an der Autobahn raus, statt an einer Tankstelle oder einem Truck-Stop. So musste ich also die Autobahn überqueren – Quer kann ich, dachte ich mir – um im Regen einige lange Minuten darauf zu warten, auf der Ladefläche eines Pkw mitgenommen zu werden.

Auf einer Raststätte angekommen dauerte es mal wiede ewig und die Motivation war im Innbegriff sich zu verflüchtigen. Durchgefroren und feucht, wie ich war schaffte ich es einen Sales-Director für Netze (Fischernetze, Badmintonnetze, Polyethylennetze, bla bla) davon zu überzeugen, mich über die Grenze zu bringen, nachdem er mich gefühlte 10 mal fragte, ob ich Drogen dabei hätte. Culinaryhitchhiker Tipp N°10: Überlegt lieber 2 oder 3 mal, ob ihr nicht doch noch etwas, wenn auch nur einen kleinen Rest, dabei habt. Man sollte es sich sparen an der Grenze festgehalten zu werden, wegen so einer Dummheit. Er aber, nutze die Gelegenheit etwas Vodka, Whiskey, Wein und Zigaretten für seine Freunde zu kaufen, um nach Frankreich zu „schmuggeln“.

Es war bereits dunkel, als wir in La Jonquera ankamen – natürlich ohne besondere Vorkomnisse an der Grenze. In dem Dorf gab es nicht viel mehr, als Trucker, Nutten und Franzosen, die günstig an ihre Genussmittel kommen wollten. Um 9 Uhr abends, ein denkbar beschissener Platz zum trampen. An der Autobahnauffahrt Richtung Barcelona gab es, nach unendlich vielen Versuchen, keine Möglichkeit nach Barcelona zu kommen. Während ich die Autobahn sehen konnte, kam ich auf die ungewöhnliche, aber grandiose Idee auf die Autobahn zu latschen. Direkt sattelte ich mein Backpack, schlich mich an dem Wärter der Mautstation vorbei, der mich circa eine Stunde vorher schon verjagt hatte. – Ich denke, er war leicht betrunken, sein Spanisch klang, als hätte er eine Flasche Korn intus gehabt. Bejubelt von den paar Lkw´s, die vorbei fuhren, war ich nach einigen 100 Metern, auf der Autobahn, heil froh eine Raststätte zu erblicken. Culinaryhitchhiker Tipp N°11: Niemals aufgeben. Stetig nach vorne sehen. Nach langen Überlegungen über die Verbesserung meiner Situation, entschied ich mich dazu, ein Eis zu essen, „un petit Zigarette“ zu rauchen und mir in dem Verbindungsgang über der Autobahn mein Lager aufzuschlagen. Dort waren ein paar Holzplatten an der Wand, die als Bank oder in meinem Fall eben, als Bett dienen sollten. Ich hatte meine Rucksäcke zusammen gebunden und meinen Arm durch die Schlaufe gelegt, vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste, mein Messer war aufgeklappt und immer in der Hand. – einen kleinen Schnitt im Finger konnte ich verkraften, aber ohne Sack und Pack in Spanien stehen war das Letzte, was ich wollte. Der Schlafsack war schnell ausgebreitet. 7 Stunden beschissener Schlaf vergingen.

Als Frühstück eignete sich ein Kaffee und ein frisch gepresster Orangensaft. Trotzdem leicht gerädert, machte ich mich auf den Weg an die Straße, wo zwei Romänen, Mikael und Vasilli mit einem fetten Lkw, hielten und mich luxoriös nach Barcelona fuhren. Zugegeben an der Verständigung hätten wir drei arbeiten können, aber eindeutig eine der chilligsten Fahrten, die ich bis jetzt hatte. Die Sonne schien, ich hatte super Laune und roch die salzige Luft des Meeres. Einfach geil. Nach etwas Geherei und einer kleinen Zugfahrt war ich, um 11.30 Uhr, auf einmal mitten in Barcelona.

Nachdem ich ein paar Stunden die Stadt erkundete, suchte ich mir ein chilliges Hostel in zentraler Lage. In den Pausenzeiten aß ich natürlich hin und wieder eine Kleinigkeit. Ich checkte für 9 Nächte ein, Kostenpunkt. 126.35 Euro. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst 250 Euro ausgegeben. Zwischenbilanz: 376.35 Euro vom 1. – 10 Februar relativ gut gelebt, inklusive einer festen Unterkunft mit Frühstück bis zum 19. diesen Monats. Viva Barcelona.

Fortsetzung folgt…

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