Konfuzius sprach.

Die Zeit in Barcelona neigt sich sehr schnell dem Ende zu, es ist eine Stadt, die man, auf der einen Seite, auf jeden Fall besucht haben muss. Zum Anderen, zumindest ist dies meine Wahrnehmung dieser Stadt, ist sie sehr schnelllebig.

Jedes Jahr starten und landen über 360 Mio. Menschen in Barcelona, verteilt auf zwei Flughäfen. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt und bedenkt, das das Jahr 365 Tage hat ist es erstaunlich, wie viele Menschen am Tag  die Stadt besuchen oder verlassen. Kulturell, architektonisch, sowie geschichtlich gibt es hier sehr viel zu entdecken, zu sehen und zu hören. Es wären zu viele Fakten und Daten, die genannt werden müssten, also macht euch selbst ein Bild von der erstaunlichen Geschichte dieser Metropole.

Neun Tage bis jetzt,  in dieser kunstvollen Weltstadt. Vermutlich werde ich sie morgen verlassen müssen, sofern ich niemanden finde, bei dem ich das Wochenende verbringen darf. Das Hostel verlangt am Wochenende fast doppelt so viel pro Nacht, als unter der Woche. – Geld, das ich offensichtlich aus Prinzip kein zweites mal auf den Tisch legen möchte. Schauen wir mal, wem ich in den nächsten 36 Stunden so über den Weg stolpere. – dachte ich mir und lächelte über meine optimistische Herangehensweise.

Einige wird es vielleicht amüsieren, wenn ich an dieser Stelle Konfuzius zittiere. Konfuzius sprach: „Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.“

Das Hostel war super. Groß, sauber, viele Menschen, viele Aktivitäten, viele Feten, viel Spaß. Für mich persönlich waren es zu viele Ab- und Anreisende, kaum jemand, der länger als eine Woche zu bleiben schien. Natürlich ist es in Ordnung, schließlich ist es ein Hostel. Ich hätte mir etwas mehr Beständigkeit gewünscht, sodass ein Gemeinschaftsgedanke entstehen hätte können. Leider hatte ich es hier kein einziges mal geschafft, mich um einen Job zu bemühen, dies lag schlicht und ergreifend daran, dass ich keine Lust hatte. Ich war zu sehr damit beschäftigt mich zu unterhalten, zu feiern und die Stadt kennen zu lernen. Bei dem Haufen an Menschen in einem so touristischen Anziehungspunkt wie Barcelona, muss man aufpassen, denn der Großteil, der Menschen, denen man begegnet, möchte nur an das eine – euer Geld. Ob hart verdient, oder nicht so hart verdient. – So ist es nach wie vor schwer für mich, guten Menschen zu begegnen, es ist nicht unmöglich, aber sie sind definitiv selten in Barcelona. Culinaryhitchhiker Tipp N°12: Achtet darauf, den Menschen in die Augen zu schauen und zu spüren, was sie wirklich wollen. Beginnt früh damit, „Nein“ zu sagen. Dies kann euch einige Euros ersparen. Ohne Zweifel liebe ich die spanische Sprache, die Landschaften und die Mentalität, die von der catalanischen jedoch entwas abweicht. Wenn man mit Einheimischen spricht, merkt man schnell, dass sie sehr zielstrebig sind und überaus gerne eine autonome, catalanische Gemeinde werden möchten. In Barcelona lebt die Kunst, wie ich sie in Spanien noch nicht sehen durfte, die meisten Gegenden sind doch sehr traditionell, was natürlich auch ihren charme hat. Es gibt sehr viel Streetart zu entdecken, sowie jegliche Art der künstlerischen Interpretation, von Bildern, über kleine abgefahrene Kaffees, Gebilden, extravaganten Bildhauereien und solche, mit botanischem Hintergrund. Es könnte an dem Einfluss vieler verschiedener Künstler liegen, die in der Historie hier ihren Platz fanden.

Meine nächste Etappe soll mich auf den Weg nach Almeria führen, entlang der spanischen Ostküste, auf der Suche nach traumhaften Orten. Almeria soll ein tolles, wüstenähnliches, aus Fels und Stein geformtes Umland haben. Es diente als Kulisse für über 500 Western, unter anderem für den Streifen von Bully Herbig, „Der Schuh des Manitou“. Agrarwissenschaftlich und ökonomisch negativ zu betrachten sind vermutlich die sehr großflächigen Monokulturen in der Gegend, die so groß sind, dass man sie vom Mond aus sehen kann. Nachzulesen unter: http://www.deutschlandradiokultur.de/pestizide-satt-dieanbaubedingungen-in-der-suedspanischen.979.de.html?dram:article_id=314750  Ich versuche mir ein eigenes Bild über Almeria zu machen. Vielleicht stolpere ich über den ein oder anderen Hügel, der mich an verschiedene, sehenswerte Flecken Spaniens zu bringen vermag.

Nachdem ich darüber nachgedacht habe, was ich in der nächsten Zeit mit mir anfange, wurde mir zügig klar, dass ich meine Prioritäten anders positionieren müsse. Kein Job bis jetzt – mein Gewissen plagte mich. Ich werde die nächste Woche damit verbringen, das Kochbuch zu ende zu tippen, das ich zusammen mit ein paar anderen Menschen zum Verkauf fertig stellen möchte. Ich denke, für meine zukünftige Arbeitsbeschaffung, ist es sehr wichtig, da ich den Kopf nicht mehr so voll, mit meinen persönlichen Verpflichtungen haben werde und die Suche lockerer, aber mit mehr Energie, angehen kann. Diese kleine, ausschlaggebende Nouance trägt vermutlich zum Erfolg oder Misserfolg bei, zumal man in sich selbst den Grund, für das nicht erreichen eines Ziels suchen sollte und womöglich finden wird.

Fortsetzung folgt…