Sitges und seine Tücken.

Wie es weiter ging wollt ihr wissen? Ich hatte mir ein neues Ziel gesteckt, vor Almeria wollte ich nach Valencia. Es soll eine tolle Stadt sein, mit vielen jungen Leuten.

Es war eine Tortur, als ich am Freitag notgedrungen aus Barcelona abreisen musste. In meiner letzten Nacht sollten Laura, aus El Masnou, ihre Freundinnen und ich uns über den Weg stolpern. Sie war echt hilsbereit und lieb. Da ich mal wieder alleine unterwegs war, verhalf sie mir die Route zurück zum Hostel zu finden. In dem ganzen Metrodjungel, rund um die Stadt, gar nicht so einfach. Natürlich konnte ich nach einer Stunde nicht direkt fragen: „Is it possible to stay the night with you, in your flat?“ So blieb es dann bei unserem kurzen Kennenlernen.

Am nächsten Tag aufgewacht, hatte ich den Drang doch noch eine Nacht im Hostel zu verbringen, weil es sich besser anfühlte und ich mich in Ruhe auf meine Weiterreise hätte vorbereiten können. Keine Chance. – Das Hostel war am Wochenende, trotz der hohen Preise, ausgebucht.

Also hing ich meine frisch gewaschene Wäsche ab, die zum Glück schon halb trocken war, verabschiedete mich und startete wieder etwas zu spät um 13 Uhr. Ich hatte mir zuvor einen vermeindlich guten Platz zum trampen heraus gesucht. Die Metro brachte mich ein gutes Stück bis dort. Nach einem kleinen Fußmarsch begann ich meine Trampversuche an diesem schönen, sonnigen Tag. Was ich nicht wissen konnte, war, dass es zwar ein riesen Kreisverkehr in der Nähe der Autobahn ist, sogar mit einer Tankstelle. Auch die Richtung stimmte. Alles war Perfekt, bis auf die Tatsache, das er in einem Industriegebiet von Barcelona liegt, sodass wirklich niemand anhalten wollte, geschweige denn weit genug auf die Autobahn fuhr.

Nach langer Wartezeit, nahm mich eine nette, junge Frau mit in das 20 km entfernte Castelldefels, ein sehr schönes Örtchen, dennoch ohne geeigneten Platz, um als Anhalter mitgenommen zu werden, wie sich später heraus stellen sollte. Nachdem sie mich raus gelassen hatte, mit den Worten „Good luck and take care of the cars“ stand ich an einer Straße mit vier Spuren, 2 davon waren Autobahn, eine war Autobahnauffahrt, und eine bog in die Falsche Richtung ab. Sie lagen alle nebeneinander – Es war ätzend. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt. Es vergingen einige von Verzweiflung bestimmte Minuten. Ich lachte, schüttelte mit dem Kopf. Die Autobahn verlief in ein Tunnel. – Was hätte ich machen sollen?

Fest entschlossen einige Kilometer auf der Autobahn, durch den Tunnel hindurch, zurück zu legen, sattelte ich mein Gepäck und legte die ersten Meter zurück. Leider ist es in Spanien, genauso wie in Deutschland nicht erlaubt auf der Autobahn zu spazieren. Die logische Konsequenz war natürlich, dass ich nach circa 2 km – für mich dennoch sehr überraschend – von der Polizei angehalten wurde. Sie erklärte mir, warum es nicht möglich sei und das es so nicht ginge et cetera. Ich nickte und stimmte ihnen zu. Nun saß ich aber in diesem spanischen Polizeiauto sehr komfortabel, bedenkt man meine vorhergegangene Situation. – Ein leicht beunruhigendes, sowie gute Gefühl. Culinaryhitchhiker Tipp N°13: Latscht niemals auf die Autobahn – Es sei denn, es ist ein Notfall und ihr habt geradezu null Chance wegzukommen. Sie fuhren mich nach Sitges, einem kleinen, süßen, schicken Ort an der Küste von Katalonien, nicht weit von Barcelona, wo sie mir rieten mit dem Zug weiter zu reisen. Der rot gefärbte Himmel, warf einen sanften, dennoch dunklen Schatten über die Stadt. – Es waren Momente voller Glück. Anderthalb Stunden zuvor stand ich noch an diesem uminösen Kreisverkehr.

Sitges war ein Ort, der blitzblank da stand, alles war wunderschön. Die fassaden, die Straßen, die Menschen, die Cafés, die Promenade, die Bäume, einfach alles. So gar nicht typisch touristisch. Nach einigen Stunden, fiel mir dann auf warum. Dort lebten kaum junge Menschen zwischen 20 und 30. Die Stadt war, meines erachtens, für Pärchen über 40 ausgelegt, vielleicht um sich mit ihren Kindern und Gleichgesinnten ein ruhigeres Leben zu führen. Es gab keine Halbstarken, kein Gedrängel, keine Leute, die einem etwas verkaufen wollten – wir erinnern uns, es war Freitag. Wie eine Filmkulisse stand Sitges ganz unbefleckt im Mondschein. Nach einer stärkenden Mahlzeit verließ ich das Städtchen mit der Bahn, wieder in Richtung Barcelona, unter anderem weil es nur teure Hotels gab. Die Pointe dieser Story ist, dass ich mich abends um 23 Uhr wieder in Barcelona, circa 300 m vom Hostel entfernt, an der Busstation befand, um auf meinen Bus nach Valencia zu warten. – Just in diesem Moment fiel es mir wieder ein – dass jemand aus dem Hostel, eben dieses ausgesucht hatte, weil es nah zur Busstation gelegen ist.

Um 1 sollte mein Bus abfahren und zu allem Überfluss gab in den nächsten Minuten auch noch mein Handy den Geist auf. Der Touchscreen, um genau zu sein. Das einzig positive daran – Ich hatte Hostelkosten gespart, da die Busfahrt 6 Stunden dauern sollte. Puh.

Fortsetzung folgt…

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