„Make Amerika great again.“

In den USA gibt es wahrlich traumhafte Landschaften.

Die junge Frau ist Libertas, die römische Göttin der Freiheit. Die Freiheitsstatue auf Liberty Island sollte ursprünglich die Freiheit und die Unabhängigkeit Amerikas repräsentieren und war ein Geschenk des französischen Volkes an das amerikanischen Bürger.

„Make Amerika great again“. Leider ist davon bei der Einreise, in dieses wunderschöne Land, nicht viel zu spüren.

Ursprünglich hatte ich vor meinen ersten Beitrag in diesem Jahr auf der wunderschönen Insel Kauai, im Staate Hawaii in den USA zu schreiben und nicht auf der Couch eines Kumpels, da mein Zimmer unter vermietet war (an eine Amerikanerin. Haha.), doch leider wurde mir dieser Traum verwehrt. Auf der einen Seite sehr bedauerlich – ja, sogar peinlich, auf der anderen Seite auch zum lachen.

Das, was mir da passiert ist, nahm ich zum Anlass etwas über die neuen Gesetze in Amerika zu recherchieren, was die Einreise von Menschen anderer Länder betrifft und bin auf eine sehr nationalistisches Vorgehen gestoßen, was die Gesetzesänderungen betrifft. Wenn es euch interessiert, macht euch die Mühe, welche Gesetze seit dem 1.2.2017 erlassen oder geändert wurden.

Fangen wir vorne an.

Schon einige Wochen im voraus setzte ich mich mit dem Gedanken auseinander die älteste Insel, von Hawaii, die auch der Garten von Hawaii genannt wird. Wie ich eben so bin hatte ich nur das wesentlichste vor Augen: ein ESTA Visum, meine wichtigsten Utensilien und die Finanzierung dieses Unterfangens. Meine Freundin kam in das Privileg zwei Monate vor mir dort anzureisen, sie berichtete nur schöne Dinge über Landschaften, Gewächse und die Menschen dort. Eine ganz andere Atmosphäre, als auf dem Festland.

Als ich meine Arbeit soweit vorbereitet hatte, um dann endlich die wohlverdienten sieben Wochen Insel Feeling anzutreten, realisierte ich, dass es endlich soweit war. Freude auf ganzer Linie. Ich wollte unheimlich viele spannende Erfahrungen sammeln, im Djungel campen, mal mit einem Fischkutter mitfahren, Fische im Fluss mit einem Speer angeln und einen Traumfänger basteln, alles Dinge, wozu ich in den Jahren davor nicht kam. Spielen, singen und tanzen und lesen und sich des Lebens erfreuen. – Da hatte ich mich wohl geirrt.

Der Flug sollte pünktlich abheben. Ein befreundetes Pärchen war so lieb und fuhr mich zum Flughafen, nachdem wir noch mit anderen Menschen bis vier Uhr nachts in meinem bescheidenen Zimmerchen verbracht und fröhlich erzählt hatten. Nach einem zunächst reibungslosen Flug über London, sollte ich meinen Anschlussflieger in Seattle erwischen jedoch sollte mir dort ein Strich durch die Rechnung gemacht werden.

Seattle ist ein hartes Pflaster für ankommende Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern. Um es kurz zu machen, der liebe Herr Officer, der mich befragte, fand mich nicht glaubwürdig und ich musste in ein extra Interview in einem abgeriegelten Büro, wo ich nach einigen Stunden erfahren durfte „You´re not gonna make it“. Ich durfte ich einreisen, obwohl ich mir meiner Meinung nach nichts zu Schulden kommen ließ. Sie verwiesen mich noch energisch darauf ein richtiges Visa zu beantragen. Dazu im später mehr.

„What the fuck is happen?“

Diese US Amerikanischen Behörden sind dermaßen nationalistisch, dass man bei diesen Menschen auch nichts mehr rütteln kann. Mein Handy, sowie mein Reisepass wurde von den Herren einbehalten und ich wurde just in den nächsten Flieger zurück nach Deutschland „gesteckt“. Ich konnte das alles nicht fassen. Bei jeder Gelegenheit wurde mir gesagt, dass ich sie nicht nervös machen solle. Jede Handbewegung, sogar nur das rausschauen aus der Tür wurde mir untersagt. Keinen Kaffee, nichts zu essen. Ein Wasserhahn in der Wand diente dazu, die nötigste Flüssigkeitsaufnahme zu gewährleisten, mehr gab es nicht.

Es erschien mir sehr interessant, dass einer der Officer, die mich zu meinem Sitz im Flieger begleiteten, sagte, dass er keine eigene Meinung haben dürfe. Ich antwortete ziemlich neckisch: „Du bist Mensch, Du darfst eine Meinung haben“, wobei er meinte, dass das in der Uniform nicht ginge. Eine trübselige Begegnung. Meinen Reisepass und das Handy lag während des Fluges im Cockpit, bis ich wieder europäischen Boden unter den Füßen hatte.

Visa im amerikanischen Konsulat in Frankfurt beantragen?

Klar machte ich das. Ich wollte schließlich an meinen Plänen festhalten.

Es stellte sich heraus, dass mein Nonimmigrant Visa einige hundert Euro und zwei Wochen später im Konsulat abgelehnt wurde. Shit happens.

Noch einmal mussten wir, meine Perle und ich, einen Rückschlag verdauen. Nachdem endlich die ganze Kacke aus meinem Darm die Toilette herunter gespült war, blickte ich nach vorne. Es gibt so unglaublich schöne Flecken auf diesem Planeten. Warum nicht woanders hin?

Nun stand Thailand und eventuell die unberührtesten Inseln in Südost Asien auf dem Plan. Ich hoffe mehr oder weniger reibungslos. Make Amerika great again.

Bis bald. Leon.